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Kabinettschrank in Ebenholz und Schildpatt

Kabinett vor der Restaurierung Italien; wahrscheinlich Rom; um 1680
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Blindholz / Konstruktionsholz: Kiefer; Buche; Linde
Furnier Korpus: Birnbaum
Furniere Schübe und Tür: Ebenholz; Palisander; Schildpatt
Beschläge: Messing; Eisen

Der Kabinettschrank beinhaltet 10 Schubladen und eine Türe mit gewendelten Säulen. Das Untergestell ist nicht mehr vorhanden.

Der Korpus besteht aus Boden und Deckbrett mit eingezinkten Seiten. Die Mittelseiten und die Schubunterteilungen sind eingenutet. Die Rückwand ist mit Holznägeln aufgenagelt. Die Deckplatte aus Linde mit Profilleisten ist ebenfalls aufgenagelt.
Die Seiten sind mit je 2 Kassetten mit umlaufenden Profilleisten versehen und in Birnbaum furniert.
Die Front ist mit Birnbaumanleimern versehen.

Die Schübe sind gezinkt und mit aufgeleimten und genagelte Böden ausgeführt.

Die Schubfronten und die Tür sind mit Profilleisten aus Ebenholz versehen.
Das Schildpatt wurde rückseitig vergoldet und findet sich auf den Schubfronten, den Säulen der Tür und an den hervorspringenden Kapitelen an oberstem Schub und Tür.

Durch Querschliff und Pigmentuntersuchungen konnte ein in Leinöl gebundener Asphalt als Ebonisierungsmittel nachgewiesen werden.

Schäden:
Das Objekt befand sich 17 Jahre auf einem Dachboden. Starke Wurmschäden und Verluste von Profilen waren die Folge.
Es fehlten ca. 35% der Ebenholzprofile.
Mittels einer historischen Ziehlade wurden die noch vorhanden und rekonstuierbaren Profile nachgezogen und ergänzt. Bei nicht rekonstuierbaren Profilen (Unterkante Türe) wurden lediglich unprofilierte Ebenholzleisten verwendet. Es wurden über 9 Meter Ebenholzleisten mit 8 verschiedenen Profilen ergänzt.

Der Korpus wurde zu Beginn der Restaurierungs-maßnahmen zerlegt.
Die Seiten waren so stark verzogen, dass sie sich aus der Verzinkung gelöst hatten. Sie wurden in Sverza tura - Technik begradigt.

Die Verwendung von Plexgum-Regalit in Siedegrenzbenzin zur Holzfestigung erbrachte zu starke Farbveränderungen, daher wurden die wurmgeschädigten Teile des Korpus mit Glutinleim gefestigt und in Modultechnik ergänzt. Die Seiten wurden hierzu abfurniert. Fehlende Teile des Furniers wurden anergänzt und mit in Schellack gebundenem Asphalt retuschiert.

Fehlendes Schildpatt wurde mit Rodoit ergänzt.
Bei der Fehlstelle an der rechten Säule wurde nach einer Trennschicht aus Schellack ein Kreidegrund als Kitt aufgebracht und bis ca. 1mm unterhalb der Bruchkante anmodelliert. Anschließend wurde eine Ölvergoldung aufgebracht. Die Fehlstelle wurde durch ca. 10 Schichten einer Schellack - NC Lackmischung mit dazwischenliegenden Airbrushretuschen auf Niveau geschlossen.
Durch diesen vielschichtigen Aufbau konnte die Tiefenwirkung des Schildpatts nachempfunden werden.

Die fehlenden Zierbeschläge an Ecken (5) und Traversen (1) des Korpus wurden nachgegossen und farblich angepasst.

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